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Monatsfoto August 2017 - Yang-Tai-Chi als Kampfkunst: Phantasie versus Realität

Im chinesischen Wushu wird aufgrund seines Wude-Moralkodex allzu vieles tabuisiert, was besser offen diskutiert und untersucht werden sollte. Ein Protagonist für mehr Transparenz und Faktentreue macht zur Zeit von sich reden - es ist der MMA-Fighter Xu Xiaodong aus Sechuan.

In Legenden wird Tai Chi stets dargestellt als allen anderen Kampfkünsten überlegen, da es als einzige Innere Kampfkunst Qi richtig einsetze. Besonders Yang Chengfu betonte dieses Vorurteil immer wieder und es ist noch heute eine Prüfungsfrage im offiziellen Ranking der Yang Chengfu Tai Chi Center von Yang Jun.

Doch heutige Kämpfe erweisen diese überholte Doktrin als Wunschdenken - wie schon der "Macao-Fight" mit Wu-Taiji-Meister Wu Gongyi belegte. Und nun das kürzliche Duell zwischen Mixed-Martial-Arts-Coach Xu Xiaodong und dem Yang-Taiji-Meister Wei Lei in Sichuan: Bereits nach wenigen Sekunden war Wei Lei kampfunfähig und gab auf. Sein Lehrer war ein gewisser Luo aus Chengdu, der zur 3. Generation Yang-Stil gehören soll.

Xus These, dass es bei traditionellen Taiji-Meistern ein "Self-Brainwashing" und damit eine ausgeprägte Realitätsferne gäbe, hat in China eine neuerliche Debatte über den Konflikt "traditionell vs modern" ausgelöst und Xu viel Zuspruch eingebracht. An der These einer maßlosen Selbstüberschätzung ist wohl mehr dran als manche sich eingestehen wollen - man denke nur an die vermeintliche Kugelfestigkeit beim Boxer-Aufstand. Und darüberhinaus greift so mancher, der um seine Inkompetenz weiß, zu Tricks und Betrug. Mehr zur Kampfkunst hier: Tai Chi Innere Kampfkunst

Der unterlegene Wei Lei, der Xu selbst herausgefordert hatte, war und ist von seiner Überlegenheit weiter überzeugt. In mehreren Interviews gab er unterschiedliche Gründe für seine Niederlage. Mal lag es an seine neuen Schuhen und mal wollte er ohnehin nicht gewinnen - aus ethischen Gründen. Als dritten Grund nannte er die Stärke seines "Qi", die Xu getötet hätte und das wollte er nicht. Xu wiederum erklärte, gerade Wei Lei "Qi-Tauben-Fakes" seien eine Motivation für die Herausforderung gewesen: In einer Fernseh-Sendung konnte eine Taube offensichtlich nicht von Wei Leis Hand wegfliegen - genau wie in den alten Yang-Stil-Legenden. Kein Wunder, denn sie war - für den Zuschauer nicht erkennbar - angebunden! Laut Xu hat der Sender den Betrug zugegeben. Xu Xiaodong erklärt in einem sehr offenen Hintergrund-Interview (Sendung heißt "Behind the Headlines" auf Phoenix Satellite TV) auch seine Meinung, dass es heute praktisch in ganz China keine Taiji-Kampfkunst-Meister mehr gäbe und dass das traditionelle Taijiquan und generell das traditionelle Wushu mit modernen Kampfkunst-Systemen wie Mixed-Martial-Arts nicht mithalten könnten.  

Bildquelle: http://shanghaiist.com/2017/05/04/slippery-shoes.php

www.tai-chi-qigong-verband.de/

www.yang-chengfu-tai-chi.net/

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