Der Deutsche Taichi-Bund für Tai Chi und Qigong veranstaltet seit 1996 übergreifende Zusatz-Seminare für Lehrende im Verband. Dies geschieht unter dem Aspekt der Ost-West-Synthese: Das östliche Erfahrungswissen und westliche, auf sportwissenschaftlichen Anschauungen sollen sich ergänzen.

Nachdem Autor Dr. Langhoff unter Mitwirkung von Fachkräften seines Bildungsinstituts das Tai Chi, seine Figuren, seine Prinzipien, seine wichtigsten Vertreter und seine gesundheitlichen Auswirkungen vorgestellt hat, sollen nun einige helfende Zusatzübungen besprochen werden, um den Bereich dieses gleichermaßen attraktiven und wirksamen Gesundheitssystems abzurunden. Sie entstammen dem ganzheitlichen Gesundheitsförderungsprogramm „FITNESS AUS DEM REICH DER MITTE“, das vom Tai Chi Zentrum Hamburg e.V. entwickelt und in Zusammenarbeit mit Krankenkassen durchgeführt wurde.
In der heutigen Folge geht es um die Massage der Schulterpartien. Sie hat sich als ebenso hilfreich wie wohltuend erwiesen. Erfahrungsgemäß verspannen sich Anfänger beim Üben der ja zunächst ungewohnten Tai-Chi-Figuren sehr leicht. Dieser Fehler muss unbedingt vermieden bzw. behoben werden, denn wie bei allen östlichen Bewegungskünsten handelt es sich beim Tai Chi stets um Ganzkörperbewegungen mit entspannten Schultern!
Auch lösgelöst vom Tai Chi ist eine solche Massage sehr erfrischend und entspannend. Sie erzeugt überdies rasch eine tiefgehende Bauchatmung und sorgt für eine bessere Haltung, wobei die Erfahrung allerdings zeigt, dass die Wirkung bei der hier präsentierten Kombination mit Tai Chi wesentlich intensiver ausfällt.
Die Massage sollte zunächst in der aufrechten Grundstellung durchgeführt werden. Bei dieser Technik werden intuitiv Punkte durch sanften Druck bearbeitet, um Verspannungen zu lösen und dem Partner zu helfen, von innen her besser loszulassen. Dies gelingt besonders gut jeweils bei der Ausatmung. Sie sollte daher sehr bewußt, fein und ohne Geräusch von statten gehen.
Empfehlenswert sind in erster Linie Grifftechniken, die sowohl symmetrisch (Abb 1) als auch unsymmetrisch ausgeführt werden können (Abb 2). Die Bereiche können auch mit dem Knöchel sowie mit dem Ellenbogen wirksam behandelt werden (Abb 3, 4). Sehr gut lockernd wirkt auch die Klopfmassage, bei der, vergleichbar dem Teppichklopfen, mit den Handflächen geklatscht wird - nach dem Motto: „...richtig stauben lassen...“
Östliche Massagetechnik hat neben dem rein körperlichen Aspekt auch die Perspektive der Bewußtheit. Man soll in den Körper im allgemeinen sowie in die verspannten, behandelten Partien hineinspüren und „geistig“ mitlockern, indem man sich z.B. vorstellt, ein Beet werde umgegraben, Humus werde durchlüftet oder körniger Sand werde von klarem Wasser langsam durchströmt.
Zudem soll auch die Haut gelockert werden. Man stelle sie sich dabei porös vor, als solle es zu einem guten Austausch zwischen der Welt innerhalb der Haut und der Außenwelt kommen.
Nach ca 2-5 Minuten streicht man dann symbolisch die noch vorhandenen Spannungsreste mit beiden Händen dreimal aus den Schultern in die Arme und stellt sich vor, dass sie mit einem Schwall wie durch Röhren durch die Arme abfließen, ähnlich wie man etwa ein Moor entwässert. Danach massiert dann der Andere.
Aufbauend auf diesem Massieren in der Grundstellung kann dann die Massage in einzelnen Tai-Chi-Stellungen vorgenommen werden, hier examplarisch dargestellt an der Figur „ARME IN FÄCHERFORM“. Dabei werden zusätzlich die Arme z.B. durch Klatschen, bearbeitet ( Abb 5). Dies ruft ein elastisches, nachgiebiges Gefühl in den Armen hervor, wie es beim Tai Chi auch angestrebt ist. Man fühle sich wie ein verwurzelter Baum mit Stamm und Ästen.
Zugleich wird das längere bewegungslose Einhalten der einzelnen Positionen im Sinne einer „Stehmeditation“ durch diese Massageform trainiert, da man ja die Stellung erst auflöst, wenn der Andere mit dem Massieren innehält. Je nach Durchhaltevermögen sollte auch hier 2-5 Minuten pro Tai-Chi-Figur angesetzt werden.
Auch die Standfestigkeit und der Gleichgewichtssinn werden durch diese Partnerform gefördert, insbesondere wenn der Massierte dabei etwas gedrückt oder mit den Fäusten gestoßen wird (Abb 6,7): Der Körper soll gleichermaßen elastisch wie auch „sperrig“ darauf reagieren!
Wird diese „Stellungsmassage“ einigermaßen konsequent über einen gewissen Zeitraum betrieben, lernt der Körper daraus und reagiert im Sinne der Tai-Chi-Forderung, dass nicht so sehr um die Muskeln geht, sondern vielmehr um das Zusammenspiel von Knochen, Sehnen und Gelenken, ähnlich einer stabilen Gerüstkonstruktion (man denke z.B. an den Eiffelturm oder eine geschwungene Brücke). Dies erleichtert dann wiederum den geforderten inneren Fluß des „Qi“ und das Gefühl des „Sung“, des harmonischen Wechselspiels von Loslassen und Anspannen des Muskeltonus.
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Seminar-Übersicht
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Seminare 2012:
5.3.- 9.3. 2012 Seminar-Zentrum Nordheide
16.3.-18.3. 2012 Angela: In Hamburg, nur Qigong
8.6. -10.6. 2012 Stephan: In Hamburg, nur Tai Chi
11.6. - 15.6. 2012 Seminar-Zentrum Nordheide
24.8. - 26.8. 2012 Stephan: In Hamburg, nur Tai Chi
27.8. - 31.8. 2012 Seminar-Zentrum Nordheide
*** Sylt: Ein Sa + So. geplant***
12.10.-14.10. 2012 Angela: In Hamburg, nur Qigong
*** Köln: Ein Sa + So geplant***
22.10. - 26.10. 2012 Seminar-Zentrum Nordheide
Seminare 2013:
11.3. - 15.3. 2013
3.6. - 7.6. 2013
26.8. - 30.8. 2013
14.10. - 18.10. 2013

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