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Tuishou-Meister / Push-Hands-Meister 

Die Partnerübungen des Taijiquan gelten vielen Praktizierenden als Einstieg in die "Innere Kampfkunst" - und diese sollen bekanntlich unbesiegbar machen, wenn man den Taiji-Klassikern und Überlieferungen der Taiji-Dynastien einmal Glauben schenkt. Im Rahmen einer solchen "Quasi-Religiosität" kommt der Meister-Graduierung natürlich eine Schlüsselrolle zu - ähnlich wie beim Papst für die katholische Kirche. In dieser Ideologie gewinnen auch "gefühlte Fakten" an Bedeutung - und beflügeln romantische Neijia-Phantasien.

Aber bei nüchterner fakten-orientierter Betrachtung zeigt sich, wie weit Theorie und Praxis bei den Protagonisten der Taiji-Kampf-Formalisierung auseinanderklaffen. Grund genug also, sich einmal intensiver mit den Grundlagen von Wushu-Graduierungen zu beschäftigen. Dies ist auch ein beliebtes Dauerthema auf den Push-Hands-Treffen des DTB-Dachverbandes unter Leitung von Dr. Stephan Langhoff in der Nordheide / Region Hannover.

Der chinesische Meister-Titel am Beispiel des Tuishou (Push Hands) - ein Artikel von Dr. Stephan Langhoff

DTB-Ausbilder Dr. Langhoff sagt: Ich werde oft gefragt, was ein Push-Hands-Meister ist bzw. was seine Meisterschaft ausmacht. Ich habe zu dieser Thematik schon immer "gemischte Gefühle" gehabt und die Antwort fällt mir schwer - auch weil chinesische Meister ja nicht gerade für ihre Transparenz bekannt sind.

Schlußendlich halte ich derartige Debatten aber für unwichtig. Festzuhalten bleibt: Die stilarten-übergreifende Problematik chinesischer Wushu-Graduierungen ist altbekannt und nur schwer zu lösen.

Doch in der von Guru-Kult geprägten Szene werden bekanntlich Titel-Gruduierungen wie z. B. "Großmeister" oft monstranz-artig vor sich hergetragen und es gilt die Maxime: Je esoterischer der Meister daherkommt, desto größer die Ehrfurcht und der Respekt - von der weitverbreiteten "Geheimnis-Nummer" einmal ganz abgesehen!

Push Hands - Was bestimmt die Meisterschaft?

Viele sagen: Entscheidend sollten Auszeichnungen der Kampfkunst bzw. des Kampfsports sein - mit oder ohne Einhaltung der Tuishou-Essentials der Klassischen Schriften (s. das Youtube-Video zu Mario Napoli, dem Sieger des International Push-Hands-Tournaments in Chenjiagou).

Andere meinen, daß pädagogische Erwägungen den Ausschlag geben sollten und sie denken dabei an die Bezeichnung "Lehrmeister" (dann wäre die "Lernerfolgskontrolle" ausschlaggebend). Und wieder andere sprechen - etwas unhöflich - auch Kriterien wie Körpergewicht an, wobei sie wahrscheinlich den Altmeister Yang Chengfu meinen (s. dazu Yang-Family-Tuishou / Pushhands Treffen.

Was hat es damit auf sich bzgl. der Sparte der Taijiquan-Partnerübungen in China und weltweit? Bei der Beantwortung dieser Frage dienen zwei entscheidende Fakten als Ausgangspunkt:

1.

Das moderne Tuishou / Push-Hands hat mit den ursprünglichen kampfkunst-bezogenen Drills und dem damaligen Zeitgeist nur noch wenig gemeinsam. Damit hat sich auch der Stellenwert der ehemals maßgeblichen Push-Hands-Prinzipien der Taiji-Klassiker relativiert. Historisch bedingte Kriterien der Selbstverteidigung sind daher heute nicht mehr zielführend.

2.

"Push-Hands-Meister" ist keine durch einheitliche Standards festgelegte Auszeichnung - die "Meisterschaft" liegt ganz klar im Auge des Betrachters. Es ist somit im Endeffekt eine Höflichkeit und eine Ehrerbietung an einen Lehrer seitens seiner Schüler. Auch unterliegt der Titel keiner offiziellen objektiven Mandatierung und die Anforderungen an die Vergabe sind völlig intransparent.

UndUnd dieser Ausgangspunkt eröffnet natürlich zahlreiche weitere Fragestellungen - u. a. nach der Kompetenz und der Ausbildung der solchermaßen Ausgezeichneten. Ich stellte einmal die provokante Frage: Wird man in den Taiji-Qigong-Dynastien als "Tuishou-Meister" quasi hineingeboren? Fast scheint es so, denn die beiden Disziplinen gelten ja seit jeher als Königsweg zur inneren Qi-Kraft - und die wiederum entscheidet ja beim Push-Hands über Sieg und Niederlage. Jedenfalls gelten die "Klebenden Hände" ja vielen Protagonisten als ultimativer "Qi-Test", den nur Kampfkunst-Meister bestehen. Doch dann stellt sich gleich die nächste Frage, warum dann so viele Meister bei Duellen gegen Vertreter anderer, externer Kampfstile so rasch und eindeutig verlieren?

Was ist Push Hands (Tuishou) und worum geht es dabei?

Das Training der Partner-Übungen der Inneren Kampfkunst Taijiquan fasziniert weltweit. Die endlos fließenden Bewegungsschleifen scheinen zugleich komplex und dennoch mühelos. Gemäß dem Yin-Yang-Prinzip bildet das Studium der "Zwei-Personen-Routinen" den nötigen Gegenpol zum Praktizieren der Solo-Formen. Die übergreifende Maxime "´Siegen durch Flexibilität" hat immens viel Positives zu bieten und inspiriert immer mehr Menschen. Sie erkennen die Vorteile der "soft skills" für ihren privaten und beruflichen Alltag

Push-Hands-Partnertraining ist somit viel mehr als reine Körperarbeit sondern ein zentraler Bereich des Qigong (Energie-Arbeit). Tuishou´ler schätzen das Interagieren mit einem Kontrahenten als willkommene Möglichkeit, ihr Können zu testen und zu mehren. Mit Stabilität, Innerer Kraft und korrekter Atmung wird das Gleichgewicht des Gegenübes gebrochen.

Das volle Potenzial des Push-Hands läßt sich indes nur ausschöpfen, wenn die Routinen zuvor korrekt erlernt wurden. Bei der Suche nach der richtigen Schule kann man vieles falsch machen. Dies zeigt eine bundesweite DTB-Studie. Guru-Kult und Halbwissen dominieren große Teile der Szene. Vertreter von Heilslehren und Lobby-Verbände propagieren oftmals geschönte unrealistische Klischee-Erzählmuster, die sich bei genauerer Analyse als nicht gerade empfehlenswert erweisen. Grund genug also, sich einmal genauer mit den Push-Hands-Meistern und ihren Weltbildern zu befassen.

Chinesische Push-Hands-Meister / Tuishou-Meister in Deutschland

Chinesische Eliten, Kader und Vereinigungen und ihre Meister haben alle ihre eigenen - oft intransparenten und nicht-mandatierten - Prozeduren und Kriterien für Meisterschaft und Linienhalterschaft

Durch zunehmende Tricksereien, Täuschungen und offenkundige Inkompetenzen hat die einstige Strahlkraft von Push-Hands-Meistern und ihren angeblichen "Qi-Tests" empfindlich gelitten - das gilt nicht nur im Mutterland China sondern weltweit - nicht zuletzt auch wegen der großen Verbreitung von Socialmedia.

Eine Haupt-Ursache - neben den üblichen Eitelkeiten - ist die Doktrin des angeblichen Primats des Taijiquan als unübertreffliche Kampfkunst mit angeblicher Unbesiegbarkeit. Ein weiterer Grund ist das Mantra, Push-Hands sei der Königsweg zum "wahren Verständnis" der klassischen Taiji-Prinzipien - und damit eine Brücke zur Kampfkunst (!).

Doch statt derartigen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken und die Gründe aufzuzeigen, schaut man in vielen Organisationen lieber "beharrlich beiseite" und propagiert weiterhin traditionelle Folklore, Legenden und schwärmerische Romantik.

Ganz anders die DTB-Bundesvereinigung und ihre "Community mit Weitblick" - für sie steht auch in diesem Fachbereich das Kriterium der Erwachsenenbildung im Vordergrund mit der Maxime von Ideologie-Freiheit und Faktencheck. Daher der DTB-Appell: Niemand sollte sich mit dem Ballast gestriger Denkschablonen zufrieden geben. Siehe auch das Feedback zu den Internationalen Push-Hands-Treffen Region Hannover.

Chinesische Meister des Push Hands / Tuishou und die Frage von Qualifikation und Qualifizierung

Die Fixierung vieler Taijiquan-Qigong-Praktizierender auf die Klischees ihrer chinesischen Vorbilder läßt sich natürlich auch in der Tuishou-Sparte beobachten - mit all den Nebenerscheinungen bzgl. der Mängel und Defizite, die damit in Zusammenhang stehen und zunehmend für eine größere Öffentlichkeit erkennbar werden. Zu nennen sind hier zum einen die zahlreichen Tricksereien und Täuschungen chinesischer "Push-Hands-Meister" und zum anderen mangelnde Kompetenz selbst bei .

Video-Mitschnitte von Treffen, Wettbewerben / Turnieren, Workshops oder ähnlichem zeigen beispielsweise eklatante Inkompetenz im Bereich der Energiearbeit / Körperarbeit (s. "Doppelgewichtigkeit"). Es ist ein offenes Geheimnis, daß auch hochrangige chinesische Protagonisten und Kader-Eliten (z. B. des Chen-Stil-Taijiquan) in Wettkämpfen lieber Härte gegen Härte setzen, ohne die klassische Forderung "Fülle und Leere unterscheiden" zu berücksichtigen (vgl. auch die Maxime "mit vier Unzen tausend Pfund").

Chinesische Meister in Hamburg

Wohl in keiner deutschen Stadt haben so viele und weltbekannte Push-Hands-Meister unterrichtet wie in Hamburg. Bereits in den Neunziger Jahren begann das Tai Chi Zentrum Hamburg e. V. damit, chinesische Meister für Lehrgänge in die Hansestadt einzuladen. Einer der ersten war Push-Hands-Meister Fu Shengyuan, der Sohn des legendären Meisters Fu Zhongwen, der seinen Lehrmeister Yang Chengfu bei Herausforderungen oft vertreten durfte. Auch Push-Hands-Meister Yang Zhenduo folgte einer Einladung von Geschäftsführer Dr. Stephan Langhoff - und bezeichnete ihn bei dieser Gelegenheit als "einen seiner besten Schüler". Doch Dr. Langhoff ließ sich nicht vereinnahmen für Loyalität und Moralkodex. Er entwickelte als Mitbegründer des Dt. Tai-Chi-Bundes später seine ideologie-freie Methodik des "Richtig Lernen und Lehrens". Quelle: Push-Hands-Ausbildung: Meister Hamburg.

Chinesische Push-Hands-Meister - ein Blick über den Tellerrand"

Wer tiefere Einblicke in die Thematik gewinnen möchte, sollte größere Zusammenhänge der kulturell-philosophischen Hintergründe mit einbeziehen, wie sie im Mutterland China tradiert wurden. Erst als zweiten Schritt sollte dann der Esoterik-Ballast eliminiert werden, um die Systematik der Partnerübungen erfolgreich und ideologie-frei in die westliche Erwachsenenbildung zu integrieren.

Die vier Themenbereiche "Tai Chi Chuan", "Qigong", "Tuishou" und "Fajin" hängen eng zusammen. Aus diesem Grunde werden die Sparten im DTB-Zentralverband auch in einer Kombi-Sektion" zusammengefaßt und die Teilnehmenden mit Fragebogen zur DTB-Lernkontrolle überprüft.

Die Partner-Routinen des "Push-Hands (Tuishou)" wie beispielsweise das Große Ziehen Dalü bilden eine sinnvolle und traditionell überlieferte Ergänzung zum Praktikum der Taijiquan-Solo-Formen. Sie entwickeln einen Zuwachs an innerer Kraft, die für den beruflichen und privaten Alltag von großem Vorteil ist. Tuishou mit seinem Einsatz von Fajin-Explosivkraft bildet die thematische Klammer für Tai Chi und Qigong.

DTB-Geschäftsführer Dr. Langhoff wurde persönlich von höchstrangigen chinesischen Taijiquan-Qigong-Lehrmeistern unterrichtet. Ihre weltweite Reputation als Push-Hands-Meister bildet den Gegenstand vielfältiger Fragen an den Ausbilder. Das liegt daran, daß er über seine persönlichen Kontakte zu chinesischen Pushhands-Meistern recht offen berichtet und zum anderen in seiner wisssenschaftlichen Prägung, in der für die traditionelle Esoterik-Folklore kein Platz ist. Dies kommt bei vielen Menschen offenbar weit besser an als die gängigen naiv-geschönten "Hofberichtserstattungen"  der Taiji-Qigong-Szene (Quelle "Mastering Traditional Push Hands Patterns").

Push-Hands-Meister und "Innere Kampfkunst"?

Die neumodischen Entwicklungen in China machen es möglich: Die Vorführungen mancher Tuishou-Meister ähneln mehr einem Tanz als einer Methode zur Unbesiegbarkeit. Die Devise "Tuishou Spielen" bekommt hier einen ganz neuen Sinn. Die doch so grundlegend wichtige "Taijiquan-DNA" einer "Inneren Kampfkunst" kann ich darin nicht entdecken.

Tuishou-Geheimnisse?

Chinesische Push-Hands-Meister sind durchweg auch Meister im Anpreisen von "Tuishou-Geheimnissen". Man denke nur an die Demos und Shows - und auch die Tricksereien und Täuschungen.

Dr. Langhoff sagt: Ich erkenne nach 50 Jahren Praxis Innerer Kampfkunst ganz nüchtern das altbekannte Fazit, das heutzutage alltäglich geworden ist: Das Niveau im Push-hands-Unterricht ist in mehrfacher Hinsicht niedrig; und die Tuishou-Hypes enthalten viel Neues und Gutes - aber das Neue ist nicht gut und das Gute ist nicht neu! Quelle: Push-Hands-Meister.

Push-Hands-Turniere in Chenjiagou - Kraft-gegen-Kraft-Tuishou ohne Einhaltung der Taiji-Prinzipien

Internationaler Tuishou-Wettbewerb in ChenjiagouEine Besonderheit der quartalsweisen DTB-Treffen in der Region Hannover sind die Video-Abende, auf denen mit einem großen Beamer eine Fülle Filmen aus dem DTB-Archiv präsentiert und besprochen werden. Das Thema Tuishou-Partnerübungen bildet einen Schwerpunkt, weil sich so jeder ein eigenes Bild über Push-Hands-Meister bilden kann. Dazu gehören auch "International Push Hands Tournaments" - z. B. die in China. Dabei sorgt ein Youtube-Clip über ein Tuishou-Turnier in der chinesischen Stadt Chenjiagou immer für ungläubiges Staunen bei den erstmalsTeilnehmenden, wenn sie sehen, wie es auf solchen Push-Hands-Competitions zugeht. Es handelt sich um ein "Tuishou" von "Tuishou-Meistern", das für Laien gewöhnungsbedürftig ist, da sie eher eine Mischung aus Ringen und Wrestling darstellt. Hier bleiben die Taiji-Prinzipien vollständig auf der Strecke und es wird Kraft gegen Kraft gesetzt - statt der in den Klassikern geforderten Nachgiebigkeit. Dies muß um so rätselhafter und widersprüchlicher erscheinen da doch der Chen-Stil, also das Taijiquan aus Chenjiagou vielen Protagonisten als Urform der inneren Kampfkunst Taijiquan. Und aus dieser Quelle soll ja auch das traditionelle Tuishou der Yang-Familie stammen (s.  Push-Hands-Treffen Hannover). Bemerkenswert: Es gewann nicht etwa ein Push-Hands-Meister des Chen-Taijquan sondern der Westler Mario Napoli. Offenbar halfen ihm nicht seine Taiji-Kenntnisse sondern eher seine Judo-Erfahrung und sein Training in anderen östlichen Kampf-Disziplinen.

Bibliographie:

Push-Hands-Meister Deutschland

Push-Hands-Meister Deutschland

Push-Hands-Meister Deutschland

Push-Hands-Meister Deutschland